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Infos für Sammler und angehende Sammler von Meteoriten

Viele Menschen, die einmal einen Meteoriten in den Händen hielten, konnten sich einer gewissen Faszination für diese urtümlichen Brocken aus dem Weltall nicht erwehren, und bei manchen wurde dadurch der Grundstein für eine leidenschaftliche Sammeltätigkeit gelegt. Naturgemäss gehören Meteorite aber zu den eher seltenen und oft schwer zu besorgenden Sammelobjekten und es ist für den angehenden Sammler nicht ganz einfach einen umfassenden Einblick in die Materie des Meteoritensammelns zu bekommen. Deshalb will ich auf dieser Seite ein paar meiner Erfahrungen weitergeben.

Wo kann man Meteoriten kaufen?

Auf den meisten jährlich stattfindenden Mineralienbörsen findet man hin und wieder Meteorite, die zum Kauf angeboten werden. Mit Ausnahme der wirklich grossen Mineralienbörsen von internationalem Rang, ist es aber für den Meteoritensammler eher unergiebig, sich auf diesen Börsen nach Meteoriten umzuschauen. Weitaus interessanter sind die wenigen reinen Meteoritenbörsen, wie sie jeden Herbst in Gifhorn/ Niedersachsen oder im Juni in Ensisheim/ Elsass (Frankreich) stattfinden. Auf ihnen werden nur Meteorite und meteoritenverwandtes Material wie z.B. Tektite angeboten. Eine weitere hervorragende Plattform für den Meteoritenhandel bietet das Internet, fast alle wichtigen Meteoritenhändler sind dort mit ihren Angeboten vertreten. Durch das Surfen auf den Seiten verschiedener Anbieter, kann man sich in kürzester Zeit einen Überblick über das Angebot und die Preise von Meteoriten verschaffen. Das Internet hat auch zu mehr Transparenz bei der Preisgestaltung von Meteoriten beigetragen, durch schnelle Preisvergleiche können zu teuer angebotene Stücke schnell identifiziert werden. Auf meiner Linkseite finden sie einige Links zu Meteoritenhändlern.

Die Preise von Meteoriten

Wie in anderen Bereichen des Handels auch, bestimmt auch bei den Meteoriten Angebot und Nachfrage den Preis. Hinzu kommen noch weitere Kriterien, wie Seltenheit des Meteoritentyps, Gesamtgewicht des Falles oder Fundes sowie die historische Bedeuteung des jeweiligen Meteoriten. Die Grösse, Form und der Erhaltungsgrad spielen bei der Preisgestaltung ebenfalls eine wichtige Rolle. So sind z.B. kleinere Stücke per gramm oft teurer als grosse, und frische Fälle teurer als verwitterte Funde. Die von vielen Sammlern begehrten, eindeutig orientiert geflogenen Meteorite sind meist auch noch teurer als die nichtorientierten Stücke des gleichen Falles. Eine Preisobergrenze für eine bestimmte Meteoritenklasse ist nur sehr schwer festzumachen. Den Durchschnittspreis eines Meteoriten sollte man ggf. durch Preisvergleiche anhand von Händlerlisten selbst ermitteln. Einfacher ist es eine ungefähre Preisuntergrenze für einige häufig angebotenen Meteoritegruppen festzulegen, die wie folgt lauten könnte:

- Eisenmeteorite, ab ca. 0,25 Euro/ gramm
- gewöhnliche H5 Chondrite (verwitterte Funde) , ab ca. 0,25 Euro/ gramm
- gewöhnliche L5-6 Chondrite (verwitterte Funde) , ab ca. 0,50 Euro/ gramm
- H oder L Chondriten, Funde mit niedrigem Verwitterungsgrad, ab ca. 1,- Euro/ gramm
- H/L Chondrite, Fälle oder Funde ohne Verwitterung (W0), ab ca. 3,- Euro/ gramm
- kohlige Chondriten, ab ca. 5,- Euro/ gramm
- Eukrite, ab ca. 15,- Euro/ gramm
- Diogenite, ab ca. 15,- Euro/ gramm
- Marsmeteorite, ab ca. 400,- Euro/ gramm
- Mondmeteorite, ab ca. 4000,- Euro/ gramm

Ich kann selbstverständlich keinerlei Garantie dafür übernehmen, dass Sie auch tatsächlich einen Meteoriten zu diesem Preis per gr. bekommen, diese Preisuntergrenzen sollen ihnen nur ungefähre Anhaltspunkte liefern.

Hier finden Sie noch einen Online-Priceguide in englischer Sprache.

Hinweis: Wie bei den amerikanischen Meteoritenhändlern, werden auch bei den meisten europäischen Händlern die Preise per gramm nicht in Euro sondern US-Dollar angegeben.

Meteoriten als Wertanlage?

Seit Mitte der neunziger Jahre interessieren sich auch einige Kapitalanleger für Meteoriten. Bei Wertsteigerungen von bis zu 500% innerhalb weniger Jahre ist dies auch nicht verwunderlich. Spätestens seit 2001 hat sich aber gezeigt, dass sich der Aufwärtstrend bei den Preisen von Meteoriten auch umkehren kann. Besonders betroffen davon waren Wüstenfunde, die seit Ende der neunziger Jahre den Markt regelrecht überschwemmt haben. Der Preisverfall bei den Wüstenmeteoriten hat viele Sammler sehr verunsichert. Eine verständliche Reaktion, wenn man bedenkt, dass 2001 ein seltener R-Chondrit 250$/gr. kostete, und dieser ein Jahr später für unter 40$/gr. zu haben war. Ärgerlich für den, der zu früh gekauft hat. Aber was des einen Leid ist des anderen Freud, denn seltene Typen waren lange nicht mehr so preiswert zu haben wie in diesem Jahr (2002). In jedem Fall ist es ratsam, bei neu auf den Markt kommenden hochpreisigen Stücken erst einmal die Preisentwickung abzuwarten.

Geht von Meteoriten eine Strahlenbelastung aus?

Insbesondere von Sammler-Anfängern bekomme ich diese Frage sehr häufig gestellt. Da die Meteoriten aus dem interplanetaren Raum kommen, glauben viele Menschen, dass diese durch kosmische Strahlung irgendwie radioaktiv verseucht seien. Diese Sorge ist aber unbegründet, bisher ist von strahlenverseuchten Meteoriten nichts bekannt geworden und habe auch noch nie eine erhöhte Strahlung bei irgendeinem Meteoriten messen können.

Radiometer

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